„Was nun der Krieg zusammengefügt hat, soll die Demokratie nicht scheiden“

Als Katalane, der in Deutschland wohnt, habe den Artikel von Martin Dahms gelesen,

der in der Berliner Zeitung am 7. April unter dem Titel „Der katalanische Traum vom Kuschelstaat“ veröffentlicht wurde. Zu diesem Artikel möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich mit seiner Äußerung nicht zufrieden bin. Vor allem nicht mit den Überlegungen, in denen er bestehende Staatsgebilde rechtfertigt. Ich möchte in diesem Brief nicht alle seine Argumente kommentieren, ich beschränke mich nur auf eine Anmerkung zur Art und Weise, die laut Herrn Dahn den Katalanen offen bleibt, die sich einen eigenen Staat wünschen.

Die Ausführungen von Herrn Dahms implizieren, dass sich neue Staaten nicht demokratisch aus bestehenden herausbilden können, stattdessen lässt er Staatenbildung auf Basis von dynastischen Eheschließungen, politischen Verträgen oder Kriegen in der Vergangenheit gelten. Nach dieser Anschauung von Herr Dahms ist die Frage: Welche aktuellen Möglichkeiten hat Katalonien um ein eigener Staat zu werden?Katalonien hat kein monarchisches System, die Dynastie von Barcelona starb im Jahre 1410 mit dem Tod von Martí l’Humà aus. Katalonien ist nicht fähig einen Vertrag zu schließen, weil es keinen Partner hat mit dem es einen Vertrag schließen kann. Das Abstimmungsergebnis im Madrider Kongress über den Antrag des katalanischen Parlaments am 8. April war ein Beweis dafür.

Da also diese beiden Möglichkeiten wegfallen, sollen dann die Katalanen im 21.

Jahrhundert und innerhalb der EU, ihren eigenen Staat durch den bewaffneten Kampf erreichen? Die Erreichung eines Staates auf demokratischen Weg ist eine Dummheit, aber auf gewaltsamen Weg im Gegensatz akzeptabel? Wunderbar.

Marc Renau Meier

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